Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Berlin-Friedrichshain
Sich selbst verstehen, Beziehungsmuster erkennen und neue Handlungsspielräume entwickeln.
Manchmal reagieren wir anders, als wir es eigentlich möchten: Wir ziehen uns zurück, obwohl wir Nähe suchen, stimmen zu, obwohl wir etwas ablehnen, oder stellen so hohe Ansprüche an uns selbst, dass wir dauerhaft erschöpft sind. Obwohl wir darunter leiden, lassen sich solche Muster oft nicht allein durch gute Vorsätze verändern.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie beschäftigt sich mit den häufig unbewussten Zusammenhängen zwischen aktuellen Beschwerden, inneren Konflikten und prägenden Beziehungserfahrungen. Ausgangspunkt sind Ihre heutigen Schwierigkeiten und das, was Sie verändern möchten.
Wie Beziehungserfahrungen unser Selbstbild prägen
Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen beeinflussen, wie wir uns selbst wahrnehmen und was wir von anderen Menschen erwarten. Werden unsere Bedürfnisse wahrgenommen? Dürfen wir widersprechen? Erleben wir Zuwendung als verlässlich oder als etwas, das wir uns verdienen müssen?
Solche Erfahrungen können zu inneren Vorstellungen von uns selbst und anderen werden. Sie prägen beispielsweise, ob wir uns als liebenswert und handlungsfähig erleben oder schnell an unserem Wert zweifeln. Ebenso beeinflussen sie, ob wir anderen eher Vertrauen entgegenbringen, Ablehnung erwarten oder Unterstützung nur schwer annehmen können.
Diese verinnerlichten Beziehungserfahrungen wirken häufig weiter, ohne dass uns ihr Einfluss bewusst ist. Dabei berücksichtigen wir neben der Lebensgeschichte auch individuelle Voraussetzungen, aktuelle Lebensbedingungen und tatsächlich belastende Beziehungen.
Innere Konflikte: Wenn wichtige Anliegen miteinander in Spannung geraten
Menschen haben unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse, Werte und Ideale, die sich nicht immer miteinander vereinbaren lassen. Wir können uns Nähe wünschen und gleichzeitig fürchten, abhängig zu werden. Wir möchten eigene Grenzen vertreten, wollen andere aber keinesfalls enttäuschen. Oder unser Bedürfnis nach Ruhe gerät mit dem Ideal in Konflikt, jederzeit leistungsfähig sein zu müssen.
Bleiben solche inneren Spannungen unbewusst oder schwer regulierbar, können sie zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Beschwerden beitragen. Angst, depressive Gefühle, Erschöpfung oder körperliche Beschwerden können damit zusammenhängen.
In der Therapie versuchen wir gemeinsam zu verstehen, welche Anliegen miteinander in Konflikt stehen und wie Sie ihnen einen angemesseneren Platz in Ihrem Leben geben können. Nicht jedes Symptom lässt sich dabei auf einen inneren Konflikt zurückführen.
Abwehrmechanismen: Schutz, der auch einschränken kann
Um mit Angst, Scham, Schuld, Kränkungen oder widersprüchlichen Gefühlen umzugehen, entwickeln Menschen meist unbewusste Schutzstrategien. In der Tiefenpsychologie sprechen wir von Abwehrmechanismen oder defensiven Bewältigungsmechanismen.
Wir erklären Gefühle beispielsweise vor allem sachlich, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Wir spielen eigene Bedürfnisse herunter, vermeiden Konflikte oder halten belastende Erfahrungen innerlich auf Abstand. Solche Strategien können zunächst schützen und helfen, schwierige Situationen zu bewältigen.
Problematisch werden sie, wenn sie starr werden und kaum andere Reaktionen zulassen. Dann kann der kurzfristige Schutz langfristig mit Erschöpfung, eingeschränktem emotionalem Erleben oder wiederkehrenden Beziehungsschwierigkeiten verbunden sein.
Die Therapie würdigt die Schutzfunktion dieser Muster. Gemeinsam untersuchen wir, wo sie heute hinderlich sind, und entwickeln schrittweise flexiblere Möglichkeiten, mit Gefühlen und Belastungen umzugehen.
Unbewusste Beziehungsmuster im Hier und Jetzt
Unsere Erwartungen an Beziehungen beeinflussen auch, wie wir anderen begegnen. Mit unserem Verhalten machen wir häufig unbewusste Beziehungs- und Interaktionsangebote: Wir nehmen bestimmte Rollen ein und legen unserem Gegenüber damit bestimmte Reaktionen nahe.
Wer beispielsweise Ablehnung erwartet, zeigt eigene Wünsche möglicherweise nur sehr zurückhaltend. Andere erkennen diese Wünsche dann kaum – und die Erfahrung, nicht gesehen zu werden, kann sich wiederholen. Wer sich für alles verantwortlich fühlt, übernimmt womöglich so viel, dass andere zunehmend Verantwortung abgeben.
Solche Wechselwirkungen entstehen zwischen Menschen. Sie bedeuten nicht, dass Betroffene für verletzendes Verhalten anderer verantwortlich sind.
Auch im Kontakt mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten können vertraute Erwartungen und Beziehungsmuster spürbar werden. In einer verlässlichen therapeutischen Beziehung lassen sie sich gemeinsam betrachten und neue Erfahrungen ermöglichen.
Was geschieht in der Behandlung?
Wir sprechen über aktuelle Belastungen, Gefühle, Beziehungen und Situationen, die Sie beschäftigen. Wo es zum Verständnis beiträgt, beziehen wir frühere Erfahrungen ein. Dabei interessiert uns sowohl, was Sie erzählen, als auch, wie Sie sich selbst und andere im jeweiligen Moment erleben.
Es geht darum, Zusammenhänge emotional nachvollziehen zu können und Veränderungen im Alltag zu ermöglichen. Dazu können gehören:
Eigene Gefühle und Bedürfnisse besser wahrzunehmen.
Wiederkehrende Konflikte und Beziehungsmuster zu verstehen.
Überhöhte Ansprüche und belastende Selbstbewertungen zu hinterfragen.
Grenzen zu vertreten und Unterstützung anzunehmen.
Mit inneren Spannungen und starken Gefühlen flexibler umzugehen.
Tempo und Schwerpunkte stimmen wir mit Ihnen ab. Auch Unsicherheit, Scham oder Schwierigkeiten, Worte für das eigene Erleben zu finden, dürfen in der Therapie Raum haben.
Ist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für mich geeignet?
Das Verfahren kann bei unterschiedlichen psychischen Beschwerden und Beziehungsschwierigkeiten infrage kommen. Ob es zu Ihrer Situation und Ihren Behandlungszielen passt, klären wir gemeinsam in der Sprechstunde und gegebenenfalls in anschließenden probatorischen Sitzungen.
Unser Team bietet unterschiedliche psychotherapeutische Verfahren an. Dadurch können wir mit Ihnen abwägen, welcher Ansatz und welcher Behandlungsrahmen geeignet erscheinen.
Unser Behandlungsspektrum kennenlernen
Ein erstes Gespräch vereinbaren
Sie müssen noch nicht erklären können, weshalb Ihre Beschwerden entstanden sind. In der psychotherapeutischen Sprechstunde nehmen wir Ihr Anliegen auf und besprechen mögliche nächste Schritte.
Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde buchen